- Du erstellst eine vollständige Liste deiner periodischen Ausgaben.
- Du rechnest sie in monatliche Rückstellungen um.
- Du entscheidest, welche Rückstellungen ein eigenes Konto brauchen.
Vorwissen: Unterscheidung fixe, variable und periodische Ausgaben
Warum das erste Quartal Budgets tötet
Wer im Januar ein Budget aufsetzt, hat im Februar meist noch Freude daran und im April keines mehr. Der Grund ist selten Disziplin und fast immer derselbe Konstruktionsfehler: Das Budget rechnet mit Monatsdurchschnitten, das Leben aber mit Jahresrechnungen.
Im ersten Quartal treffen sich mehrere davon. Die Steuerakontorechnung kommt, Versicherungsjahresprämien werden fällig, die Serafe-Rechnung liegt im Briefkasten, und bei Wohneigentum kommt die Nebenkostenabrechnung dazu. Jede einzelne ist vorhersehbar. Zusammen sprengen sie einen Monat, der nur mit dem Durchschnitt gerechnet hat.
Das Ergebnis ist vorhersehbar: Das Budget stimmt nicht mehr, die Zahlen wirken willkürlich, und nach zwei Monaten schaut niemand mehr hin. Nicht das Budgetieren hat versagt, sondern eine fehlende Kategorie.
Was alles dazugehört
Rückstellungen sind alle Ausgaben, die jährlich oder unregelmässig anfallen und die du nicht aus dem laufenden Monat decken kannst. Die Liste ist bei den meisten Haushalten länger als erwartet:
| Steuern (Jahresbetrag ÷ 12) | CHF 700 |
| Zahnarzt und Selbstbehalt | CHF 80 |
| Serafe | CHF 28 |
| Versicherungsjahresprämien | CHF 60 |
| Ferien | CHF 300 |
| Reparaturen und Ersatz | CHF 100 |
Richtwerte für einen mittleren Haushalt. Entscheidend ist nicht die Höhe, sondern dass jede Position eine eigene Zeile bekommt.
Die Rechnung, die alles ändert
Nimm alle Beträge, die jährlich oder seltener anfallen, addiere sie und teile durch zwölf. Diese Zahl ist der Betrag, der dir bisher jeden Monat gefehlt hat – und der Grund, warum dein Budget aufging und dein Konto trotzdem nicht.
Bei einem mittleren Haushalt liegt sie zwischen CHF 500 und 900. Das ist kein kleiner Korrekturposten, sondern ein Fünftel bis ein Viertel dessen, was viele für ihren frei verfügbaren Betrag halten.
Ein Konto oder mehrere?
Technisch reicht ein einziges Rückstellungskonto mit einer Liste daneben. Praktisch bewährt sich eine Trennung dort, wo Beträge gross und Termine hart sind – bei den Steuern insbesondere.
Der Grund ist psychologisch, nicht buchhalterisch: Ein gemeinsamer Topf mit CHF 9'000 wirkt üppig, auch wenn CHF 8'400 davon dem Steueramt gehören. Ein separates Steuerkonto verhindert genau diese Fehleinschätzung.
Eine brauchbare Faustregel: ein eigenes Konto ab einem Jahresbetrag von rund CHF 3'000 oder bei einer harten Frist. Alles Kleinere darf zusammen.
Was passiert, wenn der Topf nicht reicht
Das kommt vor, besonders im ersten Jahr, weil die Schätzungen noch auf Vermutungen beruhen. Wichtig ist die Reaktion: nicht das System aufgeben, sondern den Betrag korrigieren.
Wer feststellt, dass CHF 700 monatlich für Steuern zu wenig waren, erhöht auf CHF 800 – und hat ab dann ein Budget, das stimmt. Wer stattdessen die Rückstellung ganz streicht, weil sie ohnehin nicht gereicht hat, steht im Folgejahr wieder vor derselben Rechnung.
- 1Rückstellungen sind der Block, dessen Fehlen fast jedes Budget im ersten Quartal scheitern lässt.
- 2Alle Jahresbeträge addieren und durch zwölf teilen – bei einem mittleren Haushalt CHF 500 bis 900 monatlich.
- 3Eigenes Konto ab rund CHF 3'000 Jahresbetrag oder bei harter Frist, besonders bei den Steuern.
- 4Im ersten Jahr sind die Beträge Schätzungen. Korrigieren statt aufgeben.
- Rückstellung
- Monatlich zurückgelegtes Zwölftel eines jährlich anfallenden Betrags. Verwandelt eine Jahresrechnung in einen planbaren Monatsposten.
- Frei verfügbarer Betrag
- Nettoeinkommen minus Fixkosten minus Rückstellungen. Die einzige Zahl, über die im Monat tatsächlich entschieden wird.
Setze dieses Wissen direkt mit deinen echten Zahlen um.
Allgemeine Finanzbildung · keine individuelle Beratung · Stand: 2026-08-15
