Fixkosten & Versicherungen
8 Min. Lektion

Modell und Franchise wählen

Nach dieser Lektion
  • Du wählst das Versicherungsmodell passend zu deinem Arztverhalten.
  • Du berechnest den Break-even deiner Franchise.
  • Du erkennst, wann die Höchstfranchise ein Risiko statt einer Ersparnis ist.

Zwei Hebel ohne Kassenwechsel

Modell und Franchise lassen sich auch bei der bisherigen Kasse ändern. Für alle, die nicht wechseln wollen oder wegen offener Prämien nicht können, sind sie der verbleibende Spielraum – und er ist nicht klein.

Die Modelle

Alle senken die Prämie gegen eine Einschränkung beim Erstkontakt:

  • Hausarztmodell – du gehst zuerst zum festgelegten Arzt.
  • HMO – Erstkontakt in einer Gruppenpraxis.
  • Telemedizin – zuerst eine telefonische oder digitale Beratung.
  • Freie Arztwahl – keine Einschränkung, höchste Prämie.

Was die Einschränkung wirklich bedeutet

Weniger, als sie klingt. Notfälle sind ausgenommen, ebenso in der Regel Augenarzt und Gynäkologie. Wer ohnehin immer zum selben Hausarzt geht, verliert praktisch nichts – und spart je nach Kasse einen erheblichen Prozentsatz.

Das macht den Modellwechsel zu einem der wenigen Sparhebel, die keinen realen Verzicht bedeuten.

Die Franchise berechnen

Vergleiche die Jahresprämie bei tiefster und höchster Franchise. Die Differenz ist deine sichere Ersparnis, dagegen steht das Mehrrisiko.

Break-even bestimmen
Jahresprämie bei Franchise CHF 300CHF 5’400
Jahresprämie bei Franchise CHF 2’500CHF 4’000
Sichere ErsparnisCHF 1’400
Mehrrisiko an FranchiseCHF 2’200
Break-even bei Gesundheitskosten vonrund CHF 1’700

Unter diesem Betrag lohnt die hohe Franchise, darüber die tiefe. Grundlage sollten die tatsächlichen Kosten der letzten drei Jahre sein.

Wann die Höchstfranchise ein Risiko ist

Wenn die Reserve fehlt. Bei der Höchstfranchise beträgt das maximale Eigenrisiko CHF 2'500 plus bis zu CHF 700 Selbstbehalt, also CHF 3'200 pro Jahr. Dieser Betrag muss verfügbar sein.

Und sie ist die falsche Wahl bei einer bekannten anstehenden Behandlung sowie bei Kindern – dort gibt es keine Mindestfranchise, und der Prämienrabatt für höhere Stufen fällt im Verhältnis klein aus.

Wer die hohe Franchise wählt, legt die eingesparte Prämie auf ein separates Konto, bis das Polster von CHF 3'200 steht. Danach ist es echtes Sparen.
Das Wichtigste in Kürze
  • 1Modell und Franchise wirken auch ohne Kassenwechsel – für viele der einzige verbleibende Hebel.
  • 2Die Modelleinschränkung betrifft nur den Erstkontakt; Notfälle, Augenarzt und Gynäkologie sind meist ausgenommen.
  • 3Break-even der Franchise liegt meist bei rund CHF 1'800 bis 2'200 Gesundheitskosten pro Jahr.
  • 4Höchstfranchise nur mit verfügbarer Reserve von CHF 3'200 – und nie bei Kindern.
Begriffe dieser Lektion
Break-even
Der Betrag an Gesundheitskosten, bei dem hohe und tiefe Franchise gleich teuer sind. Darunter lohnt die hohe, darüber die tiefe.

Setze dieses Wissen direkt mit deinen echten Zahlen um.

Nächste Lektion
Wechseln oder bleiben

Allgemeine Finanzbildung · keine individuelle Beratung · Stand: 2026-08-15