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Notgroschen aufbauen in der Schweiz

Die kurze Antwort: Ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben ist die erste Sparstufe. Du baust ihn auf, indem du direkt nach Lohneingang einen festen Betrag zur Seite legst – nicht, was am Monatsende zufällig übrig bleibt.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Wie viel Reserve?

Üblich sind 3–6 Netto-Monatsausgaben auf einem separaten, jederzeit verfügbaren Konto.

Automatisch ans Ziel

Setze in BudgetHub ein Sparziel «Notgroschen» und verfolge den Fortschritt visuell, Monat für Monat.

In BudgetHub setzt du das direkt in ein lebendiges Budget um – kostenlos.

Wie hoch sollte der Notgroschen in der Schweiz sein?

Die belastbare Antwort lautet: 3 bis 6 Monatsfixkosten – nicht Monatslöhne. Entscheidend ist, wie lange du ohne Einkommen durchhältst, ohne Schulden zu machen. Wer CHF 3'200 Fixkosten hat, braucht also CHF 9'600 bis CHF 19'200.

Drei Monate reichen bei sicherer Anstellung und zwei Einkommen im Haushalt. Sechs Monate sind angemessen bei Selbstständigkeit, befristeten Verträgen oder wenn ein Einkommen den ganzen Haushalt trägt.

Notgroschen-Zielwerte nach Haushaltstyp

Konkrete Richtwerte statt Faustregel. Die Fixkosten sind Orientierungsgrössen für 2026 und liegen in Zürich, Zug und Genf deutlich höher, in ländlichen Kantonen tiefer.

HaushaltFixkosten/Mt. (Richtwert)Ziel 3 MonateZiel 6 Monate
Einzelperson, WG-ZimmerCHF 2'200CHF 6'600CHF 13'200
Einzelperson, eigene WohnungCHF 3'200CHF 9'600CHF 19'200
Paar ohne KinderCHF 4'800CHF 14'400CHF 28'800
Familie mit zwei KindernCHF 7'200CHF 21'600CHF 43'200

Wo gehört der Notgroschen hin?

Auf ein separates Sparkonto bei einer Schweizer Bank – erreichbar innert Tagen, aber nicht auf demselben Konto wie das Alltagsgeld. Nicht in die Säule 3a: Das Geld ist dort bis zur Pensionierung gebunden und im Notfall nicht verfügbar. Nicht in Aktien oder Fonds: Notfälle treffen erfahrungsgemäss mit Kursrückgängen zusammen.

Der wirksamste Aufbau ist ein Dauerauftrag am Zahltag. Auch CHF 200 im Monat ergeben nach zwei Jahren CHF 4'800 – genug, um die meisten unerwarteten Rechnungen abzufangen, ohne den Kreditrahmen zu nutzen.

Der Aufbau in Stufen

Zuerst ein Monatslohn – dieser Betrag verhindert bereits, dass eine kaputte Waschmaschine auf der Kreditkarte landet. Dann drei Monatsausgaben, dann der Rest bis sechs.

Der Sprung von null auf einen Monatslohn ist der grösste. Deshalb lohnt es sich, ihn schnell zu erreichen, auch wenn dafür andere Sparziele vorübergehend pausieren.

Rückstellungen sind der eigentliche Unterschied

Fixkosten und variable Ausgaben bildet jedes Werkzeug ab. Woran die meisten scheitern, sind die Posten dazwischen: Steuern, Zahnarzt, Selbstbehalt, Serafe, Ferien, Reparaturen. Sie kommen jährlich oder unregelmässig und sprengen jeden Monat, in dem sie auftauchen.

Die Lösung ist mechanisch: Jahresbetrag durch zwölf, als Fixposten geführt. Bei einem mittleren Haushalt sind das CHF 500 bis 900 monatlich – und genau dieser Betrag fehlt in den meisten selbstgebauten Budgets.

Was Schweizer Haushalte zusätzlich brauchen

Zwei Posten unterscheiden ein Schweizer Budget von fast jeder ausländischen Vorlage: die Krankenkassenprämie, die pro Kopf privat bezahlt wird, und die Steuern, die nicht an der Quelle abgezogen, sondern separat in Rechnung gestellt werden.

Zusammen machen sie für einen mittleren Haushalt CHF 1'000 bis 1'500 im Monat aus. Ein Werkzeug, das sie nicht als eigene Kategorien vorsieht, führt verlässlich zu einem Budget, das im Frühling nicht mehr stimmt.

Häufige Fragen

Wo bewahre ich den Notgroschen auf?+

Auf einem separaten Spar- oder Tageskonto, getrennt vom Alltagskonto, damit er nicht versehentlich ausgegeben wird.

Notgroschen oder Schulden zuerst?+

Beides parallel, aber gestaffelt: Zuerst ein kleiner Puffer von etwa einem Monatsfixkosten, damit die nächste unerwartete Rechnung keine neuen Schulden erzeugt. Danach Vorrang für teure Schulden – Konsumkredite und Kreditkartensaldi kosten in der Schweiz oft 10 % Zins und mehr, was keine Sparanlage aufwiegt.

Zählt die Säule 3a als Notgroschen?+

Nein. Das Kapital der Säule 3a ist bis fünf Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter gebunden; ein vorzeitiger Bezug ist nur in eng definierten Fällen möglich, etwa für Wohneigentum oder den Schritt in die Selbstständigkeit. Der Notgroschen muss innert Tagen verfügbar sein.

Welche Posten fehlen in den meisten Budgets?+

Rückstellungen für Steuern, Zahnarzt, Selbstbehalt und Serafe. Bei einem mittleren Haushalt CHF 500 bis 900 im Monat.

Woran erkenne ich eine gute Budget-App?+

An der passenden Methode, an Schweizer Kategorien wie Krankenkasse und Steuerrückstellung, an der Exportmöglichkeit und an einer transparenten Finanzierung des Anbieters.

Womit fange ich an?+

Mit einem Monat Erfassung ohne Bewertung. Danach Fixkosten und Rückstellungen zusammenzählen – der Rest ist der reale Spielraum. Erst im dritten Monat lohnt die Feinjustierung.

Mach aus dem Ziel einen Betrag pro Monat

Ein Sparziel ohne Monatsbetrag bleibt ein Vorsatz. Mit Zieldatum und automatischer Verfolgung wird daraus eine Zahl, die du entweder triffst oder nicht.