Warum eine Alternative nötig ist
Mint ist eingestellt und war US-fokussiert – in USD, ohne Schweizer Kategorien und finanziert über Werbung. Für die Schweiz braucht es eine native Lösung.
BudgetHub als Nachfolger
BudgetHub bietet Budgets, Kategorien, Sparziele und Analysen CHF-nativ, ohne Werbung und ohne Datenverkauf – plus BudgetAI als Assistent.
In BudgetHub setzt du das direkt in ein lebendiges Budget um – kostenlos.
Warum ein direkter Ersatz nicht existiert
Mint baute auf der US-Bankinfrastruktur auf. In der Schweiz ist die Ausgangslage anders: Open Banking läuft über den Standard bLink und ist erst schrittweise verfügbar. Eine Lösung mit CSV-Import funktioniert deshalb unabhängig von der eigenen Bank.
Was BudgetHub kostet
Zum Vergleich die eigenen Zahlen: Der Free-Plan ist dauerhaft kostenlos und ohne Kreditkarte nutzbar, die bezahlten Pläne liegen bei CHF 6.90 im Monat oder CHF 69 im Jahr für Einzelpersonen und CHF 11.90 im Monat oder CHF 119 im Jahr für Familien mit gemeinsamen Bereichen.
Beim Wechsel lohnt sich der Vergleich der Jahreskosten, nicht der Monatspreise: Zwischen rund CHF 100 im Jahr und CHF 69 liegen über fünf Jahre CHF 155 – spürbar, aber selten der ausschlaggebende Punkt. Wichtiger ist, ob die Schweizer Posten abgebildet sind, denn die baut man sonst dauerhaft von Hand nach.
Der Unterschied zum US-Markt
Mint war auf den US-Markt zugeschnitten – mit Bankanbindung als Standard und ohne die Schweizer Besonderheiten. Ein direkter Nachfolger existiert deshalb nicht; die Anforderungen hier sind andere.
Konkret fehlen in US-Werkzeugen die Krankenkassenprämie als Fixkostenblock, die Steuerrückstellung und die Säule 3a. Wer sie nachbaut, hat eine Stunde Arbeit – wer es vergisst, ein Budget, das nicht stimmt.
Die fünf Auswahlkriterien
Beim Wechsel zählt weniger, was ein Werkzeug alles kann, als ob es das Wenige gut kann, das du täglich brauchst. Diese fünf Punkte entscheiden erfahrungsgemäss darüber, ob die neue Lösung nach drei Monaten noch benutzt wird:
- Passt die Methode zu dir? Zero-Based gibt Struktur, nachverfolgende Ansätze verlangen weniger Pflege.
- Sind Schweizer Besonderheiten abgebildet – Krankenkasse, Steuerrückstellung, Säule 3a, Serafe?
- Kannst du deine Daten jederzeit exportieren? Ohne Export bist du an den Anbieter gebunden.
- Wie finanziert sich der Anbieter? Werbung und Vermittlungsprovisionen beeinflussen Empfehlungen.
- Braucht es eine Bankanbindung, oder geht es auch ohne?
Was Schweizer Haushalte zusätzlich brauchen
Zwei Posten unterscheiden ein Schweizer Budget von fast jeder ausländischen Vorlage, und beide fehlen in international konzipierten Werkzeugen: die Krankenkassenprämie, die pro Kopf privat bezahlt wird, und die Steuern, die separat in Rechnung gestellt statt an der Quelle abgezogen werden.
Zusammen machen sie für einen mittleren Haushalt CHF 1'000 bis 1'500 im Monat aus. Beim Wechsel von einem internationalen Werkzeug ist das der Punkt, an dem sich entscheidet, ob die Umstellung trägt: Wer diese beiden Posten als generische Kategorien nachbaut, verliert die Automatik – etwa die Erinnerung an die Novemberfrist oder die Rückstellungslogik für die Steuerrechnung.
Was mit Mint tatsächlich passiert ist
Intuit stellte Mint Anfang 2024 ein und leitete Nutzende zu Credit Karma weiter — einem Produkt mit anderem Zweck: Kreditwürdigkeit und Finanzprodukt-Empfehlungen statt Haushaltsbudget. Budgetfunktionen und historische Kategorien kamen beim Übergang nur teilweise mit.
Die Lehre daraus ist wichtiger als die Suche nach einem Ersatz: Mint war kostenlos, weil es über Finanzprodukt-Empfehlungen finanziert war. Als dieses Modell für Intuit weniger einbrachte als die Alternative, verschwand das Produkt. Wer heute eine Budget-App wählt, sollte deshalb prüfen, wie sie sich finanziert und ob die Daten exportierbar sind — beides entscheidet darüber, was in fünf Jahren passiert.
Warum kein US-Produkt Mint hier ersetzt
Die Lücke lässt sich nicht durch ein anderes amerikanisches Produkt schliessen, und zwar aus strukturellen Gründen. Mints Kernfunktion war die automatische Kontoverbindung über US-Aggregatoren; diese decken Schweizer Banken nicht ab. Dazu kommen inhaltliche Unterschiede: kein Credit Score als Steuerungsgrösse, keine Steuern an der Quelle, dafür eine private Krankenversicherung pro Kopf und eine Steuerrechnung, die zeitversetzt eintrifft.
Ein Werkzeug, das für den US-Alltag gebaut ist, bildet diese Posten als generische Kategorien ab. Das funktioniert, verlangt aber, dass man die Schweizer Logik selbst mitdenkt — genau die Arbeit, die eine App abnehmen sollte.
