Die Drittel-Regel bei der Miete
Kurz: Die gängige Schweizer Faustregel lautet, dass die Bruttomiete (inkl. Nebenkosten) maximal rund 33 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen sollte. Viele Verwaltungen verlangen sogar, dass das Bruttoeinkommen mindestens das Dreifache der Jahresmiete beträgt.
Rechenbeispiel: Bei einem Netto-Einkommen von CHF 6'000 im Monat liegt die empfohlene Maximalmiete bei rund CHF 2'000. Bei CHF 4'500 netto sind es etwa CHF 1'500.
- Netto CHF 4'500 → max. Miete ca. CHF 1'500
- Netto CHF 6'000 → max. Miete ca. CHF 2'000
- Netto CHF 8'000 → max. Miete ca. CHF 2'650
- Faustregel der Verwaltungen: Bruttojahreseinkommen ≥ 3× Jahresmiete
Warum die Drittel-Regel schützt
Die Regel ist kein Gesetz, sondern ein Richtwert, der dir finanziellen Spielraum lässt. Liegt die Miete deutlich höher, bleibt nach den übrigen Fixkosten (Krankenkasse, Versicherungen, ÖV) wenig für Sparen und Unvorhergesehenes. Gerade in der Schweiz mit hohen Krankenkassenprämien ist dieser Puffer wichtig.
Setz diese Richtgrösse in BudgetHub direkt in ein Budget um – als eigene Kategorie mit Zielwert. So siehst du jeden Monat in 10 Minuten, ob du im Rahmen bleibst. Kostenlos, ohne Bankverbindung. Wenn du in eine WG oder erste eigene Wohnung ziehst, hilft dir Budget für die erste eigene Wohnung und WG beim Aufteilen der Fixkosten.
Wie belastbar diese Zahl ist
Es handelt sich um eine Bandbreite, nicht um einen Zielwert. Wer darüber oder darunter liegt, macht nichts falsch – entscheidend ist, ob das eigene Budget insgesamt aufgeht und ob der Posten bewusst gewählt ist.
Die grössten Abweichungen entstehen durch Wohnregion, Haushaltsgrösse und persönliche Prioritäten. Wer in Zürich wohnt, liegt bei den meisten Posten am oberen Rand; in ländlichen Regionen ist der untere realistisch – bei der Miete können das für dieselbe Wohnungsgrösse CHF 800 im Monat Unterschied sein.
Warum die Drittel-Regel existiert
Sie stammt aus der Praxis der Verwaltungen, die Dossiers nach diesem Kriterium sortieren. Wer mehr als ein Drittel des Nettoeinkommens für die Bruttomiete aufwendet, gilt als Risiko – unabhängig davon, wie das übrige Budget aussieht.
Für dich ist sie zusätzlich eine Belastungsgrenze: Über 35 bis 40 Prozent wird das Budget anfällig für jede unerwartete Ausgabe, weil der frei verfügbare Rest zu klein wird, um Schwankungen aufzufangen.
Was zur Bruttomiete dazukommt
Die Regel bezieht sich auf Nettomietzins plus Nebenkosten. Nicht enthalten sind Strom, Serafe, Internet und Hausratversicherung – zusammen nochmals CHF 120 bis 220 im Monat.
Wer also bei CHF 5'000 netto eine Bruttomiete von CHF 1'650 wählt, hat faktisch rund CHF 1'820 Wohnkosten. Diese Zahl gehört in die Planung, nicht die Inseratsangabe.
Was den Wert nach oben treibt
Bei fast allen Haushaltsposten sind es dieselben drei Faktoren: Wohnregion, Haushaltsgrösse und ob externe Dienstleistungen genutzt werden. Städtische Zentren liegen bei praktisch jedem Posten über dem Landesdurchschnitt.
Der vierte Faktor ist die Lebensphase: Ein Haushalt mit Jugendlichen liegt bei Lebensmitteln, Mobilität und Freizeit deutlich über einem mit Kleinkindern.
