Wie viele Monatslöhne als Reserve?
Kurz: Als Notgroschen (eiserne Reserve) gelten 3 bis 6 Netto-Monatslöhne als bewährter Richtwert. Bei einem Einkommen von CHF 5'000 netto sind das rund CHF 15'000 bis 30'000.
Der Notgroschen ist nicht zum Anlegen oder für Ziele gedacht, sondern als Puffer für Unvorhergesehenes: Zahnarzt, Autoreparatur, Jobverlust, kaputte Waschmaschine. Er sollte jederzeit verfügbar sein – also auf einem separaten Sparkonto, nicht in Aktien.
- Single, sicherer Job: eher 3 Monatslöhne
- Familie oder unregelmässiges Einkommen: eher 6 Monatslöhne
- Selbstständige: tendenziell höher, da kein Arbeitslosengeld
- Aufbewahrung: separates, jederzeit verfügbares Sparkonto
Wie du den Notgroschen aufbaust
Beginne mit einem konkreten Zwischenziel – zum Beispiel ein Monatslohn – und richte einen Dauerauftrag ein, der direkt nach Lohneingang einen festen Betrag auf das Reservekonto verschiebt. So wächst der Puffer automatisch, ohne dass du jeden Monat aktiv daran denken musst.
Setz diese Richtgrösse in BudgetHub direkt in ein Budget um – als eigene Kategorie mit Zielwert. So siehst du jeden Monat in 10 Minuten, ob du im Rahmen bleibst. Kostenlos, ohne Bankverbindung. Wenn du in eine WG oder erste eigene Wohnung ziehst, hilft dir Budget für die erste eigene Wohnung und WG beim Aufteilen der Fixkosten.
Wie belastbar diese Zahl ist
Es handelt sich um eine Bandbreite, nicht um einen Zielwert. Wer darüber oder darunter liegt, macht nichts falsch – entscheidend ist, ob das eigene Budget insgesamt aufgeht und ob der Posten bewusst gewählt ist.
Die grössten Abweichungen entstehen durch Wohnregion, Haushaltsgrösse und persönliche Prioritäten. Wer in Zürich wohnt, liegt bei den meisten Posten am oberen Rand; in ländlichen Regionen ist der untere realistisch – bei der Miete können das für dieselbe Wohnungsgrösse CHF 800 im Monat Unterschied sein.
Warum Ausgaben und nicht Einkommen
Der Notgroschen überbrückt eine Zeit ohne oder mit weniger Einkommen. Was du dann brauchst, sind deine Ausgaben – das frühere Einkommen ist irrelevant. Wer viel verdient und wenig ausgibt, braucht eine kleinere Reserve als umgekehrt.
Gerechnet wird mit den unvermeidbaren Kosten: Miete, Krankenkasse, Essen, Versicherungen, Mobilität. Ferien und Restaurantbesuche fallen in einer Notlage ohnehin weg.
Drei oder sechs Monate
Drei Monate genügen bei stabiler Anstellung, zwei Einkommen im Haushalt und Mietwohnung. Sechs Monate sind angemessen bei Selbstständigkeit, befristetem Vertrag, Alleinverdienst oder Wohneigentum – dort kommt zum Einkommensrisiko das Unterhaltsrisiko.
Aufgebaut wird in Stufen: zuerst ein Monatslohn, dann drei Monatsausgaben, dann der Rest. Die erste Stufe ist die wichtigste, weil sie den teuersten Mechanismus unterbricht – unerwartete Ausgabe auf Kreditkarte.
Richtwert und eigene Lage
Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.
Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.
