Warum der Durchschnitt die falsche Basis ist
Kurz: Wer freischaffend, im Stundenlohn oder auf Provision arbeitet, sollte sein Budget auf den tiefsten typischen Monat auslegen, nicht auf den Durchschnitt. Denn der Durchschnitt verleitet dazu, in guten Monaten zu viel auszugeben – und in schwachen Monaten fehlt dann das Geld für die Fixkosten.
Praktisch heisst das: Bestimme dein realistisches Minimum-Einkommen pro Monat und decke damit zuerst alle Fixkosten (Miete, Krankenkasse, Versicherungen). Alles, was darüber hinausgeht, fliesst in einen Ausgleichspuffer und in deine Ziele.
- Fixkosten auf Basis des tiefsten typischen Monats decken
- Überschuss guter Monate in einen Ausgleichspuffer legen
- Aus dem Puffer in schwachen Monaten ergänzen
- Steuern und AHV (bei Selbstständigen) sofort zurückstellen
Der Ausgleichspuffer als Gehaltskonto
Ein bewährtes Modell: Alle Einnahmen fliessen auf ein Sammelkonto. Von dort zahlst du dir selbst jeden Monat ein festes «Gehalt» aufs Alltagskonto aus – immer denselben Betrag. So glättest du die Schwankungen und dein Alltag fühlt sich an wie bei einem Festlohn.
Setz diese Richtgrösse in BudgetHub direkt in ein Budget um – als eigene Kategorie mit Zielwert. So siehst du jeden Monat in 10 Minuten, ob du im Rahmen bleibst. Kostenlos, ohne Bankverbindung. Wenn du in eine WG oder erste eigene Wohnung ziehst, hilft dir Budget für die erste eigene Wohnung und WG beim Aufteilen der Fixkosten.
Wie belastbar diese Zahl ist
Es handelt sich um eine Bandbreite, nicht um einen Zielwert. Wer darüber oder darunter liegt, macht nichts falsch – entscheidend ist, ob das eigene Budget insgesamt aufgeht und ob der Posten bewusst gewählt ist.
Die grössten Abweichungen entstehen durch Wohnregion, Haushaltsgrösse und persönliche Prioritäten. Wer in Zürich wohnt, liegt bei den meisten Posten am oberen Rand; in ländlichen Regionen ist der untere realistisch – bei der Miete können das für dieselbe Wohnungsgrösse CHF 800 im Monat Unterschied sein.
Mit dem schlechtesten Monat rechnen
Das Basisbudget wird auf dem tiefsten Einkommensmonat der letzten zwölf aufgebaut, nicht auf dem Durchschnitt. Was darüber hinaus hereinkommt, wird als Überschuss behandelt und zugeteilt – nicht als Normalzustand eingeplant.
Diese Umkehrung ist der entscheidende Unterschied. Wer mit dem Durchschnitt plant, hat in jedem unterdurchschnittlichen Monat eine Lücke und deckt sie aus dem Puffer, der dann nicht mehr aufgefüllt wird.
Prozentsätze statt Fixbeträge
Rückstellungen für Steuern, AHV und Vorsorge werden als Prozentsatz jedes Zahlungseingangs abgezogen, nicht als Monatsbetrag. So skalieren sie automatisch mit und belasten schwache Monate nicht überproportional.
Als Orientierung für Selbstständige: 40 bis 50 Prozent jedes Eingangs. Für Angestellte mit variablem Bonusanteil genügen meist 25 bis 30 Prozent des variablen Teils.
Vom Richtwert zur Budgetposition
Ein Richtwert wird erst nützlich, wenn er zu einer Zeile im Budget wird – mit einem Betrag, der monatlich reserviert ist. Alles andere bleibt eine Information ohne Folge.
Bei unregelmässig anfallenden Posten gehört der Jahresbetrag durch zwölf geteilt und als Rückstellung geführt. Sonst sprengt er den Monat, in dem er auftritt.
