Budget

Wie budgetiere ich bei unregelmässigem Einkommen? (2026)

Kurz beantwortet: Bei schwankendem Einkommen budgetierst du auf Basis deines tiefsten typischen Monats – nicht des Durchschnitts. So deckst du die Fixkosten auch in schwachen Monaten, und gute Monate füllen den Puffer.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Januar 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Warum der Durchschnitt die falsche Basis ist

Kurz: Wer freischaffend, im Stundenlohn oder auf Provision arbeitet, sollte sein Budget auf den tiefsten typischen Monat auslegen, nicht auf den Durchschnitt. Denn der Durchschnitt verleitet dazu, in guten Monaten zu viel auszugeben – und in schwachen Monaten fehlt dann das Geld für die Fixkosten.

Praktisch heisst das: Bestimme dein realistisches Minimum-Einkommen pro Monat und decke damit zuerst alle Fixkosten (Miete, Krankenkasse, Versicherungen). Alles, was darüber hinausgeht, fliesst in einen Ausgleichspuffer und in deine Ziele.

  • Fixkosten auf Basis des tiefsten typischen Monats decken
  • Überschuss guter Monate in einen Ausgleichspuffer legen
  • Aus dem Puffer in schwachen Monaten ergänzen
  • Steuern und AHV (bei Selbstständigen) sofort zurückstellen

Der Ausgleichspuffer als Gehaltskonto

Ein bewährtes Modell: Alle Einnahmen fliessen auf ein Sammelkonto. Von dort zahlst du dir selbst jeden Monat ein festes «Gehalt» aufs Alltagskonto aus – immer denselben Betrag. So glättest du die Schwankungen und dein Alltag fühlt sich an wie bei einem Festlohn.

Setz diese Richtgrösse in BudgetHub direkt in ein Budget um – als eigene Kategorie mit Zielwert. So siehst du jeden Monat in 10 Minuten, ob du im Rahmen bleibst. Kostenlos, ohne Bankverbindung. Wenn du in eine WG oder erste eigene Wohnung ziehst, hilft dir Budget für die erste eigene Wohnung und WG beim Aufteilen der Fixkosten.

Wie belastbar diese Zahl ist

Es handelt sich um eine Bandbreite, nicht um einen Zielwert. Wer darüber oder darunter liegt, macht nichts falsch – entscheidend ist, ob das eigene Budget insgesamt aufgeht und ob der Posten bewusst gewählt ist.

Die grössten Abweichungen entstehen durch Wohnregion, Haushaltsgrösse und persönliche Prioritäten. Wer in Zürich wohnt, liegt bei den meisten Posten am oberen Rand; in ländlichen Regionen ist der untere realistisch – bei der Miete können das für dieselbe Wohnungsgrösse CHF 800 im Monat Unterschied sein.

Mit dem schlechtesten Monat rechnen

Das Basisbudget wird auf dem tiefsten Einkommensmonat der letzten zwölf aufgebaut, nicht auf dem Durchschnitt. Was darüber hinaus hereinkommt, wird als Überschuss behandelt und zugeteilt – nicht als Normalzustand eingeplant.

Diese Umkehrung ist der entscheidende Unterschied. Wer mit dem Durchschnitt plant, hat in jedem unterdurchschnittlichen Monat eine Lücke und deckt sie aus dem Puffer, der dann nicht mehr aufgefüllt wird.

Prozentsätze statt Fixbeträge

Rückstellungen für Steuern, AHV und Vorsorge werden als Prozentsatz jedes Zahlungseingangs abgezogen, nicht als Monatsbetrag. So skalieren sie automatisch mit und belasten schwache Monate nicht überproportional.

Als Orientierung für Selbstständige: 40 bis 50 Prozent jedes Eingangs. Für Angestellte mit variablem Bonusanteil genügen meist 25 bis 30 Prozent des variablen Teils.

Richtwert und eigene Lage

Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.

Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.

Häufige Fragen

Wie budgetiere ich mit schwankendem Einkommen?+

Lege das Budget auf deinen tiefsten typischen Monat aus, decke damit die Fixkosten und nutze den Überschuss guter Monate als Ausgleichspuffer.

Soll ich als Selbstständiger Steuern zurückstellen?+

Ja, unbedingt. Stelle Steuern und AHV-Beiträge sofort bei jedem Zahlungseingang auf ein separates Konto, da sie nicht laufend abgezogen werden.

Wie viel Puffer bei unregelmässigem Einkommen?+

Tendenziell höher als bei Festangestellten – eher 6 Monatsausgaben, da Einkommenslücken länger dauern können.

Wie budgetiere ich bei schwankendem Einkommen?+

Das Basisbudget auf dem tiefsten Monat der letzten zwölf aufbauen und alles darüber als Überschuss zuteilen – nicht mit dem Durchschnitt planen.

Fixbetrag oder Prozentsatz für Rückstellungen?+

Prozentsatz. So skalieren sie mit dem Eingang und belasten schwache Monate nicht überproportional.

Wie verlässlich sind Richtwerte?+

Als Ausgangspunkt brauchbar, als Massstab nicht. Erst der Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate macht sie aussagekräftig.

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Zur Methodik: Die genannten Richtwerte basieren auf etablierten Schweizer Budgetregeln (Budgetberatung Schweiz, BFS-Niveau, gängige Faustregeln) und sind bewusst als Orientierung deklariert – keine individuelle Beratung. Deine konkreten Zahlen hängen von Region, Haushalt und Lebensstil ab.

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