Die Ersparnis konkret gerechnet
Kurz: Wer von der tiefsten Franchise (CHF 300) auf die höchste (CHF 2'500) wechselt, senkt die Jahresprämie je nach Kasse und Prämienregion um grob CHF 1'000 bis 1'500. Im Gegenzug trägst du im Krankheitsfall die ersten CHF 2'500 selbst statt CHF 300 – eine Differenz von CHF 2'200.
Solange deine Prämienersparnis grösser ist als die zusätzlichen Selbstkosten, bist du im Plus. Für gesunde Menschen mit wenig Arztbesuchen ist die hohe Franchise daher meist die günstigere Wahl.
- Prämienersparnis hohe vs. tiefe Franchise: ca. CHF 1'000–1'500/Jahr
- Zusätzlicher Selbstbehalt im Krankheitsfall: bis CHF 2'200
- Im Plus, solange die Gesundheitskosten tief bleiben
- Prämiendifferenz als Reserve zurücklegen, nicht ausgeben
Mach die Rechnung sichtbar
Die hohe Franchise ist eine Wette mit guten Chancen für gesunde Menschen – aber nur, wenn du die Prämiendifferenz diszipliniert zurücklegst. Trage beide Szenarien in dein Budget ein und vergleiche: tiefe Franchise mit hoher Prämie versus hohe Franchise mit Reserve.
Trag die neue, tiefere Prämie in BudgetHub ein und leg den gesparten Betrag direkt auf ein Sparziel – so wird aus dem Sparen ein sichtbarer Fortschritt. Kostenlos, ohne Bankverbindung.
Die Rechnung an einem Beispiel
Prämie bei CHF 300 Franchise: CHF 480 im Monat, also CHF 5'760 im Jahr. Prämie bei CHF 2'500 Franchise: CHF 365 im Monat, also CHF 4'380. Ersparnis: CHF 1'380.
Bei Gesundheitskosten von CHF 1'000 zahlst du mit der hohen Franchise CHF 1'000 statt CHF 370 – die Differenz von CHF 630 liegt unter der Ersparnis von CHF 1'380. Erst ab rund CHF 1'700 bis 1'900 kippt die Rechnung.
Der Faktor, der die Rechnung wertlos macht
Eine fehlende Reserve. Die hohe Franchise ist ein Tausch von planbarer Prämie gegen unplanbares Eigenrisiko. Wer die CHF 3'200 im Ernstfall nicht aufbringen kann, hat kein Sparmodell gewählt, sondern ein Risiko übernommen, das er nicht tragen kann.
Der Jahresrhythmus im Überblick
Ende September publiziert das BAG die Prämien, im Oktober kommt der Brief der Kasse, am 30. November muss eine Kündigung eingetroffen sein. Franchise senken bis Ende November, erhöhen bei den meisten Kassen bis Ende Dezember.
Diese vier Termine entscheiden über mehrere hundert Franken im Jahr. Keiner davon wird erstreckt, und keiner meldet sich von selbst.
Sparmodelle und ihre Einschränkung
Hausarzt, HMO und Telmed senken die Prämie spürbar gegen eine Einschränkung beim Erstkontakt. Notfälle, Augenarzt und Gynäkologie sind meist ausgenommen.
Wer ohnehin immer zum selben Hausarzt geht, verliert praktisch nichts. Der Modellwechsel ist damit einer der wenigen Sparhebel, die keinen realen Verzicht bedeuten.
Was bei Prämienschulden passiert
Offene, gemahnte Prämien blockieren einen Kassenwechsel – die Kündigung bleibt dann wirkungslos. Nach Betreibung kann der Kanton zudem eine Leistungssperre veranlassen.
Vor Fristablauf mit der Kasse eine Ratenvereinbarung suchen. Das ist fast immer möglich und verhindert beides.
